15.04.2025

DPG zeichnet wissenschaftlichen Nachwuchs aus

Rückblick auf die diesjährigen Frühjahrstagungen.

Die vier DPG-Frühjahrstagungen in Bonn, Köln, Regensburg und Göttingen standen dieses Jahr ganz im Zeichen des Internationalen Jahres der Quantenwissenschaft und -technologien. Der internationale wissenschaftliche Austausch über das breite Themenspektrum reichte aber weit über die Quantenphysik hinaus – von grundlegenden Phänomenen der Teilchenphysik, Gravitation und Astrophysik, neuartigen Materialien und überraschenden Phänomenen auf kleinster Skala über gesellschaftlich höchst relevante Themen des Klimawandels, der Energiewende, der Künstlichen Intelligenz in der Physik oder die Rolle der Wissenschaft in einer spannungsgeladenen Welt. Das Programm der Tagungen umfasste insgesamt 7066 wissenschaftliche Beiträge.

Abb.: Insgesamt besuchten über 8300 Teilnehmer die DPG-Frühjahrstagungen, bei...
Abb.: Insgesamt besuchten über 8300 Teilnehmer die DPG-Frühjahrstagungen, bei denen der wissenschaftliche Austausch unter Nachwuchswissenschafltern im Mittelpunkt stand.
Quelle: DPG / Heupel

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Im Rahmen der Frühjahrstagungen wurden die Dissertationspreise der DPG-Sektionen sowie weitere Auszeichnungen an junge Forscher verliehen. Die Preisträgerinnen und Preisträger wurden für ihre herausragenden wissenschaftlichen Arbeiten und deren exzellente Darstellung im Rahmen eines Symposiums ausgezeichnet.

Der Dissertationspreis der Sektion Atome, Moleküle, Quantenoptik und Photonik der DPG wurde während der DPG-Jahrestagung in Bonn an Dr. Viviane Schmidt vom MPI für Kernphysik in Heidelberg für ihre Dissertation über die „Untersuchung des unimolekularen Zerfalls von hochangeregten anionischen Kohlenstoffdimeren“ verliehen. „Die Vielfältigkeit der Physik spiegelte sich insbesondere in der begeisterten Teilnahme gerade der zahlreichen jungen Physikerinnen und Physiker wider“, betont der Sprecher der Sektion Gereon Niedner-Schatteburg, „so auch beim Dissertationspreissymposium, auf dem die vier ausgesuchten Finalisten die spannenden Themen ihrer Dissertationen fesselnd vorgetragen haben und mit tosendem Applaus gefeiert wurden.“

Die Sprecherin der Sektion Kondensierte Materie Sarah Köster erläutert: „Ein besonderes Ereignis während der Tagung waren die Vorträge der diesjährigen Trägerinnen und Träger der DPG-Preise. Auch der SKM-Dissertationspreis 2025 wurde auf der Tagung in Regensburg final ausgewählt und verliehen.“ Diesen erhielten Dr. Clemens Kuhlenkamp von der Harvard University in den USA für seine Dissertation über „Aspekte und Observablen stark korrelierter quantenmechanischer Phasen in zwei Dimensionen“ und Dr. Lukas Veldman von der TU Delft in den Niederlanden für seine Dissertation über „Kohärente Dynamik von Atomspins auf einer Oberfläche“.

Der Dissertationspreis der Sektion Materie und Kosmos wurde auf der DPG-Frühjahrstagung in Göttingen an Dr. Lukas Nies vom CERN und der Universität Greifswald verliehen. Er erhielt den Preis für seine über die „Kernstruktur bei doppelt magischen Kernen“. Forscher bezeichnen den Atomkern von Zinn-100 als doppelt magisch, weil sowohl die Protonen- als auch die Neutronenzahl magisch ist. „Der wissenschaftliche Austausch ist der Schlüssel zum Fortschritt! Es ist toll zu sehen, wie junge Physikerinnen und Physiker souverän ihre Vorträge präsentieren und intensiv ihre Forschungsergebnisse mit der Fachcommunity diskutieren – eine einmalige Chance für den wissenschaftlichen Nachwuchs, wertvolle Kontakte zu knüpfen!“, so Sektionssprecherin Anna Bakenecker.

Die Dissertationspreise bestehen aus einem Preisgeld in Höhe von 1500 Euro sowie einem Reisestipendium in Höhe von 500 Euro für jeden Finalisten.

Ein besonderes Merkmal der DPG-Frühjahrstagungen ist die Zusammenarbeit mit anderen Ländern im Rahmen des Gastlandprogramms. So nahm an der Jahrestagung in Bonn Ghana als Gastland teil. Gemeinsam wurde das Symposium „Quantum Science and more in Ghana and Germany“ durchgeführt. In Köln war Italien, vertreten durch die Italienische Physikalische Gesellschaft, Ehrengast der Tagung. Diese beiden Länder verbindet eine lange und erfolgreiche Kooperation auf dem Gebiet der Hadronen- und Kernphysik. Prof. Dr. Angela Bracco, Präsidentin der SIF, widmete diesem Austausch ein ausführliches Editorial. Dänemark - das Heimat des Quantenphysikers Nils Bohr - war Gastland bei der DPG-Frühjahrstagung in Göttingen.

Auf allen Frühjahrstagungen gab es darüber hinaus ein abwechslungsreiches öffentliches Vortragsprogramm zu aktuellen und teilweise gesellschaftspolitischen Themen. In Bonn hielt Nobelpreisträgerin Anne L’Huillier die Lise-Meitner-Lecture zum Thema „Attosecond pulses of light for studying electron dynamics“. Der öffentliche Abendvortrag von Markus Aspelmeyer von der Universität Wien und Österreichische Akademie der Wissenschaften, nahm die Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine unterhaltsame Reise: „Quantenphysik und Gravitation – vom Dilemma zum Experiment“. Bei der Max-von-Laue-Lecture sprach Karen Hallberg von Pugwash Conferences on Science and World Affairs in Argentinien darüber, was Wissenschaftler tun können, um die wachsende Bedrohung durch nukleare Waffen und andere neu aufkommende Technologien zu reduzieren.

In Köln widmete sich Roland Diehl vom MPI für extraterrestrische Physik in Garching der „Kosmische Nukleosynthese: Woher stammen die chemischen Elemente?“. In Regensburg ging es dagegen ganz irdisch zu, als Thomas Jung vom Alfred-Wegener-Institut und dem Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven sich der Frage widmete: „Leben in einer wärmer werdenden Welt: Wie der Klimawandel unser Leben beeinflusst“. In Göttingen stand dann wieder das Thema Quanten im Mittelpunkt. So ging es beim öffentlichen Abendvortrag von Steffen Korn von der Georg-August-Universität Göttingen über „Von Quanten und Kollisionen – Göttingen trifft Genf”.

Hundert Jahre Quantenmechanik wurde in Göttingen – der Geburtsstätte der Quantenmechanik – besonders gefeiert. So zeichnete die European Physical Society die Stadt im Rahmen der Frühjahrstagung und des Quantenjahres als „EPS Historic Site“ aus. Bereits am Vortag fand ein gemeinsames Symposium der DPG und EPS statt, das sich intensiv mit der Geschichte der Quantenphysik beschäftigte.

Die DPG-Frühjahrstagungen boten somit sowohl für die Teilnehmenden wie auch für die breite Öffentlichkeit nicht nur faszinierende und begeisternde Einblicke in die Welt der Physik, sondern zeigten auch die Bedeutung der Physik bei vielen gesellschaftlich höchst relevanten Herausforderungen auf. „Themen wie Quantenphysik und -technologie und Klimaphysik wirken direkt und umfänglich in unsere Gesellschaft hinein und behandeln einige der drängendsten aktuellen Themen“, sagt SKM-Sprecherin Sarah Köster.

DPG / RK

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